Baronie Rotensteyn

Barnoie im Herzen des Imperiums

Die Baronie Rotensteyn blickt auf eine lange Geschichte voller Konflikte, Misswirtschaft und dämonischer Bedrohungen zurück. Von den Schrecken des Dämons Raon, über die Verschwendungssucht Friedrichs von Rotensteyn, bis hin zu den grausamen Werwolfangriffen, war das Land immer wieder Prüfungen ausgesetzt. Doch trotz zahlreicher Rückschläge steht Rotensteyn bis heute als Symbol für Widerstandskraft und Überlebenswillen. Nun, in einer Zeit des Wandels, scheint die Baronie erneut an einem Scheideweg zu stehen: Zwischen einem möglichen Aufschwung und der Gefahr, erneut in Dunkelheit zu versinken.

Ereignisse des Jahres 524 AA / 1524 Imperialer Kalender
Im Jahr 524 AA geriet die Baronie erneut in den Fokus unerwünschter Aufmerksamkeit. Der eingesetzte Kastellan von Rotensteyn, der es zunächst geschafft hatte, die Kupferproduktion wieder anzukurbeln, wurde beschuldigt, insgeheim eine eigene Armee aufzubauen. Berichte schildern unheimliche Vorgänge: Untote Diener, düstere Magie, Kriegsgerät und finstere Rituale sollen unter seiner Herrschaft stattgefunden haben. Diese dunklen Machenschaften endeten schließlich in einer Katastrophe, als die einst prächtige Burg Rotensteyn einstürzte und in Flammen aufging, ihre Geheimnisse mit sich in den Abgrund reißend.

Der Kastellan wurde daraufhin verhaftet und nach Porta Auregia überstellt, wo er wegen Hochverrats hingerichtet wurde. Doch mit seinem Tod war das Schicksal der Baronie nicht besiegelt. Ein neuer Magistrat wurde entsandt, um die ausstehenden Steuern einzutreiben und die Kupfergewinnung weiter zu steigern. Die Bevölkerung leidet seitdem unter der strengen Hand imperialer Kontrolle, während die Wunden der jüngsten Ereignisse noch tief sind.

Die Gilde der Goldenen Straße und düstere Vermutungen
Gegen Ende des Jahres 524 AA wurde die Gilde der Goldenen Straße auf die Vorfälle in Rotensteyn aufmerksam. Gerüchte über die dunklen Praktiken des Kastellans ließen die Gilde vermuten, dass die Ursache der Ereignisse möglicherweise tiefer liegt. Manche flüstern von einem noch finsteren Ursprung, einer Macht, die weit über den Einfluss des hingerichteten Kastellans hinausgeht. Ob diese Gerüchte wahr sind, bleibt ungewiss – doch die Schatten über Rotensteyn scheinen länger und dichter als je zuvor.

Das Wappen der Baronie Rotensteyn repräsentiert sowohl die Jahrhunderte alte Tradition des Kupferschürfens, die Aufgabe über die Gegend zu wachen sowie eine Verbundenheit zur Eridon Kirche.

Blick von Kaltbrünn zur erhabenen Burg Rotensteyn

Rotensteyn im Imperium Aurum

Die Baronie Rotensteyn ist formal ein Lehen der Grafschaft Ehrenwacht und unterliegt damit der direkten Oberhoheit des Grafen von Ehrenwacht. Allerdings wird die politische Kontrolle seit dem frühen 16. Jahrhundert stark durch die imperiale Verwaltung geprägt, die nach zahlreichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen einen Magistrat eingesetzt hat, um die Region direkt zu verwalten.

Verwaltung und politische Struktur

Die Baronie ist seit ihrer Gründung im Jahr 1342 von einer aristokratischen Familie geführt worden. Der jeweilige Baron oder die Baronin war für die wirtschaftliche Stabilität, die Rechtsprechung und den Schutz der Bevölkerung zuständig. Diese Macht wurde durch den Einfluss des Grafen von Ehrenwacht kontrolliert, der sowohl Steuern eintrieb als auch das Recht hatte, bei Missständen einzugreifen.

Nach einer langen Periode der Misswirtschaft und sozialen Unruhen wurde die Baronie jedoch 1512 unter direkte Aufsicht des Grafen gestellt. Der damalige Baron Rudolf von Rotensteyn wurde faktisch entmachtet und durch einen vom Grafen eingesetzten Verwalter ersetzt. Seitdem haben sich die Machtverhältnisse erheblich verschoben. Heute wird die Baronie von einem imperialen Magistrat regiert, der direkt dem Imperium Aurum unterstellt ist.

Der Magistrat agiert als oberster Vertreter der imperialen Verwaltung und hat umfassende Befugnisse. Seine Aufgaben umfassen:

  • Eintreibung von Steuern und Abgaben: Die Baronie liefert vor allem Kupfer und Holz an das Imperium, und die Steuerlast ist für die Bevölkerung erheblich.
  • Sicherung der Wirtschaft: Der Magistrat überwacht die Kupferminen und den Holzhandel und fördert die Erschließung neuer Ressourcen.
  • Aufrechterhaltung der Ordnung: Mit Unterstützung des imperialen Militärs sorgt der Magistrat für Sicherheit, was insbesondere wegen des Banditenproblems von Bedeutung ist.

Die Bevölkerung hat faktisch keine politischen Mitspracherechte. Lokale Dorfälteste und Händler können dem Magistrat zwar Anliegen vorbringen, sind aber oft von dessen Entscheidungen abhängig. Der Magistrat selbst untersteht dem Grafen von Ehrenwacht, der die Interessen der Baronie im größeren Kontext des Imperiums Aurum vertritt.

Die Baronie Rotensteyn, früher bekannt für ihren Kupferexport, ist ein ruhiger und vergessener Landstrich, von Bergen umschlossen, mitten im Imperium Aurum.

Die Baronie Rotensteyn, früher bekannt für ihren Kupferexport, ist ein ruhiger und vergessener Landstrich, von Bergen umschlossen, mitten im Imperium Aurum.

Militärische Präsenz und Sicherheit

Ein bedeutender Teil der Politik in Rotensteyn ist die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Aufgrund der Nähe zu den unruhigen Waldregionen und den Vorfällen in den Minen wurde die Baronie in der Vergangenheit regelmäßig von imperialen Truppen gesichert. Derzeit wird die Sicherheit von einer kleinen Garnison gewährleistet, die dem Magistrat unterstellt ist.

Die Truppen dienen nicht nur dem Schutz der Handelswege und der Minen, sondern auch der Eindämmung von Banditentum. Es gibt Gerüchte, dass einige Banditen Unterstützung aus der lokalen Bevölkerung erhalten, was die imperiale Verwaltung dazu veranlasst hat, strengere Kontrollen und Bestrafungen einzuführen. Die harte Hand des Magistrats und seiner Truppen hat jedoch zu einer zunehmenden Entfremdung zwischen der Verwaltung und der Bevölkerung geführt.

Nach der Verhaftung von Alaric von Falkenstein übernahm ein Imperialer Magistrat die Kontrolle über die Baronie.

Diplomatische Beziehungen und Handelsverbindungen

Rotensteyn ist wirtschaftlich eng mit der Grafschaft Ehrenwacht und dem Imperium verbunden. Der Handel erfolgt überwiegend über die Gilde der Goldenen Straße, die als Vermittler zwischen den lokalen Produzenten und den imperialen Zentren fungiert. Die Gilde hat großes Interesse an einer stabilen Kupferförderung und übt indirekt Einfluss auf die politischen Entscheidungen in Rotensteyn aus.

Das Verhältnis zur Bevölkerung ist jedoch angespannt. Viele Bürger sehen die imperialen Maßnahmen als ausbeuterisch, da ein Großteil der Gewinne aus Kupfer und Holz direkt an das Imperium fließt. Die Einwohner haben wenig von der wirtschaftlichen Entwicklung und stehen oft unter dem Verdacht, die Ordnung zu gefährden.

Die Wege durch die Wälder von Rotensteyn sind bestens geeignet für Hinterhalte von Banditen

Geografie der Baronie Rotensteyn

Die Baronie Rotensteyn erstreckt sich über ein Gebiet von ca. 600 km² und liegt im südöstlichen Teil der Grafschaft Ehrenwacht, eingebettet in eine von Bergen, Wäldern und Flusstälern geprägte Landschaft. Mit rund 5.000 Einwohnern, verteilt auf mehrere Siedlungen, ist die Baronie dünn besiedelt, wobei sich die Bevölkerung hauptsächlich auf die Städte Kaltbrünn und Eberhain sowie einige bedeutende Dörfer konzentriert.

Landschaftliche Hauptmerkmale

Die Baronie ist topografisch abwechslungsreich und bietet eine Vielzahl von natürlichen Gegebenheiten, die sowohl ihre Wirtschaft als auch ihr kulturelles Leben prägen:

  1. Gebirge und Täler

    • Die Baronie wird von mehreren Gebirgsketten flankiert, darunter das Flammgebirge im Westen und der Tannberg im Osten. Diese Berge sind reich an Kupfer- und Erzvorkommen, die für die Wirtschaft der Region von zentraler Bedeutung sind.
    • Die Täler, wie das Sonnenfluchttal und das Schwarzfluttal, bieten fruchtbare Böden und wichtige Handelsrouten. Das Dämmerthal, im Zentrum der Baronie gelegen, verbindet Kaltbrünn mit Eberhain und ist eine wichtige Lebensader der Region.
  2. Flüsse und Wasserläufe

    • Der wichtigste Fluss der Baronie ist die Schwarzflut, die sich durch das Schwarzfluttal schlängelt und die Hauptquelle für Frischwasser und die Bewässerung der Felder darstellt. Sie dient auch als Transportweg für Holz und Kupfer.
    • Weitere Flüsse, wie der Kiefersbach und der Eschenbach, versorgen kleinere Siedlungen und münden in die Schwarzflut.
  3. Wälder

    • Der Drosselwald und der Eschenbachwald sind die beiden größten Waldgebiete der Baronie. Der Drosselwald, bekannt für seine dichten Baumkronen und mystische Atmosphäre, ist Schauplatz zahlreicher übernatürlicher Legenden.
    • Der Hirschkronenwald im Osten ist weniger dicht, bietet jedoch wertvolles Bau- und Nutzholz, das eine wichtige Ressource für den Handel darstellt.
  4. Moorlandschaften

    • Im Süden der Baronie liegt das Weidenmoor, ein sumpfiges Gebiet, das trotz seiner Gefahren für die Jagd und die Gewinnung von Heilkräutern genutzt wird.

Städte und Dörfer

Die Siedlungen der Baronie sind klein und landwirtschaftlich geprägt, doch einige haben durch Bergbau und Handel an Bedeutung gewonnen:

  1. Kaltbrünn

    • Die größte Stadt der Baronie mit ca. 1.100 Einwohnern. Sie liegt am Fuß der teilweise zerstörten Burg Rotensteyn und dient als politisches und wirtschaftliches Zentrum. Kaltbrünn ist bekannt für seine Kupferminen und seine strategische Lage an der Kupferstraße, die das Imperium mit Metall versorgt.
  2. Eberhain

    • Die zweitgrößte Siedlung mit ca. 500 Einwohnern, gelegen im fruchtbaren Schwarzfluttal. Eberhain ist ein Zentrum der Landwirtschaft und Holzverarbeitung.
  3. Dörfer

    • Bedeutende Dörfer wie Brandenberg, Erzstolz, Waageck, und Tannberg sind eng mit der Forstwirtschaft, dem Bergbau und der Viehzucht verbunden. Diese Siedlungen spielen eine wichtige Rolle in der Versorgung der Städte mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen.

Verkehrswege

Die Baronie wird von zwei Hauptstraßen durchzogen:

  • Die Kupferstraße, die von Kaltbrünn durch das Schwarzfluttal nach Kronenmarkt führt, ist die wichtigste Handelsroute der Baronie.
  • Die Silberstraße verbindet die Baronie mit Silberbach und anderen benachbarten Regionen der Grafschaft Ehrenwacht.

Neben den Straßen sind schmale Pfade und Flüsse wichtige Transportwege, insbesondere für die Holz- und Erzlieferung.

Klima

Das Klima der Baronie ist gemäßigt, jedoch rau und von langen, kalten Wintern geprägt. In den Bergregionen sind Schneefälle häufig, während die Täler im Frühjahr und Sommer von Nebel durchzogen werden. Diese klimatischen Bedingungen haben die Lebensweise der Bevölkerung geprägt und ihre Abhängigkeit von robusten landwirtschaftlichen und handwerklichen Traditionen gefördert.

Bedeutende Landmarken

  1. Ruinen der Burg Rotensteyn

    • Das Herz der Baronie, ist die Teil-Ruine heute ein Symbol für die turbulente Geschichte der Region. Sie dienen als Mahnmal und sind von zahlreichen Legenden umgeben. Die Aufbauarbeiten haben gerade erst zögerlich begonnen.
  2. Drei-Spitz-Berge

    • Ein markantes Gebirgsmassiv im Süden der Baronie, das als Orientierungspunkt für Reisende dient.
  3. Flammblick

    • Ein hochgelegener Aussichtspunkt im Flammgebirge, von dem aus man die gesamte Baronie überblicken kann. Er gilt als spiritueller Ort, unter anderem für die Verehrung des Gottes Eridon.
  4. Erzbrück

    • Eine alte Steinbrücke über die Schwarzflut, die eine strategische Verbindung zwischen den Bergbauregionen und Kaltbrünn darstellt.

Die Ruinen der Burg Rotensteyn sind ein Symbol für den dramatischen Niedergang der Baronie. Einst ein prächtiges Zentrum von Macht und Kultur, wurde die Burg 1524 während der Vereitelung einer Verschwörung gegen das Imperium zerstört.

Das Schwarzfluttal ist ein zentraler Bestandteil der Baronie und erstreckt sich entlang des gleichnamigen Flusses Schwarzflut. Es dient als Hauptverkehrsroute zwischen den Städten und Dörfern und ist ein bedeutender Wirtschaftskorridor für den Transport von Kupfer und Holz. Das Tal ist zugleich für seine landschaftliche Schönheit und seine häufige Nebelbildung bekannt, die eine mystische und oft bedrückende Stimmung erzeugt.

Der Drosselwald ist eines der größten Waldgebiete der Baronie Rotensteyn. Bekannt für seine dichte Vegetation und das nahezu undurchdringliche Dickicht, ranken sich zahlreiche Legenden um den Wald. Der Drosselwald ist eine wichtige Quelle für Bau- und Nutzholz.

Die Kupferminen von Rotensteyn sind die wirtschaftliche Lebensader der Baronie. Seit der Gründung der Baronie liefern sie hochwertiges Kupfer, das in die Städte des Imperium Aurum exportiert wird. Die Minen befinden sich hauptsächlich in den Hängen des Flammgebirges und des Tannbergs, wobei viele der älteren Stollen mittlerweile erschöpft oder unsicher sind. Ihre Bedeutung bleibt jedoch zentral für den Wohlstand und die politische Stabilität der Region.

Das Weidenmoor im Süden der Baronie ist ein weitläufiges, sumpfiges Gebiet, das durch seine gefährlichen Pfade und seinen trügerischen Untergrund bekannt ist. Trotz seiner unwirtlichen Bedingungen wird das Moor von Kräutersammlern und Jägern aufgesucht, die die seltenen Pflanzen und Tiere der Region nutzen.

Die Kirche des Eridon

Der Gott Eridon, Patron des Herd- und Schmiedefeuers, der Fruchtbarkeit und Handwerkskunst, wird in der Region seit Jahrhunderten verehrt. Seine Priester wirken gelegentlich Wunder in Zeiten großer Not, doch ihre Präsenz ist dezent. Die Bevölkerung sucht seinen Segen für den Alltag und vertraut auf die Kraft harter Arbeit und Ausdauer.

Das Zeichen des regionalen Gottes Eridon

Die Geschichte

 

Frühe Berichte und dämonische Aktivitäten (ca. 1000 – 1392)
Die ersten bekannten Erwähnungen der Region, die später als Baronie Rotensteyn bekannt wurde, stammen aus den Archiven der Ordenshäuser. Diese berichten von der Verfolgung des Dämons Raon, des „roten Gauklers“, durch den Inquisitor Arin von Denestein, Schwurträger der brennenden Lanze. Diese Ereignisse, deren genaue Datierung unklar ist, weisen bereits auf die dämonischen Gefahren hin, die die Gegend immer wieder heimsuchen sollten.

Im Jahr 1392 gelang es Viktor von Rotensteyn I., einem der frühen Barone, einen Dämon zu besiegen, der sich als fahrender Händler tarnte und die Landbevölkerung vergiftete. Der Dämon wurde verbrannt und seine Überreste den imperialen Truppen übergeben. Dieses Ereignis legte den Grundstein für das spätere Wappen der Baronie, das die Entschlossenheit ihrer Herrscher symbolisiert.

Die Baronie unter der Familie Rotensteyn (1342 – 1479)
Die Baronie wurde 1342 durch den Grafen von Ehrenwacht an Ludwig von der Weide, später bekannt als Ludwig von Rotensteyn I., übertragen. Das Gebiet, bestehend aus der Burg Rotensteyn, der Kleinstadt Kaltbrünn, und mehreren Dörfern, war für seine reichen Kupfervorkommen und hochwertigen Holzbestände bekannt.

Die Herrschaft der Familie Rotensteyn verlief zunächst ruhig und prosperierend. Es kam zu keinen größeren Katastrophen, und die Bevölkerung wuchs langsam. Die Erträge aus den Minen und der Forstwirtschaft sicherten der Region eine stabile, wenn auch unspektakuläre, wirtschaftliche Grundlage.

Friedrich von Rotensteyn I., der die Baronie 1479 erbte, leitete jedoch einen Niedergang ein. Bekannt für seine Verschwendungssucht und riskanten Investitionen, vernachlässigte er die Verpflichtungen der Baronie und häufte immense Schulden an. Unter seiner Herrschaft florierte der Handel mit dem gefährlichen Rauschmittel „Nachtglanz“, das schwere körperliche und geistige Schäden bei der Bevölkerung hinterließ. Trotz seiner Skandale hielt Friedrich seine Herrschaft fast 20 Jahre aufrecht, bis sein Tod durch einen Kutschenunfall 1498 die Missstände offenlegte.

Die Baronie in Verfall und unter Verwaltung (1498 – 1520)
Nach Friedrichs Tod übernahm sein Sohn Rudolf von Rotensteyn, doch auch er erwies sich als unfähig, die Baronie zu stabilisieren. Unter seiner Herrschaft nahmen die Probleme zu: die Minen schienen erschöpft, viele Arbeiter verfielen dem Alkohol und dem Nachtglanz, und die Wirtschaft stagnierte. 1512 entschied der Graf von Ehrenwacht, die Baronie unter direkte Verwaltung zu stellen, da Rudolf den Wiederaufbau nicht bewältigen konnte.

Die Region wurde in dieser Zeit von einem Werwolfproblem heimgesucht, das zwischen 1519 und 1520 zahlreiche Opfer forderte. Imperiale Söldner, die berühmten „Dornritter“, wurden entsandt, um die Bedrohung zu beseitigen. Doch Berichte und Gerüchte aus der Bevölkerung warfen den Söldnern vor, schlimmer als die Werwölfe gewütet zu haben.

Nach der Werwolfkrise und einer Phase der Misswirtschaft blieb die Region von Problemen geplagt, darunter brutale Banditenüberfälle, die vor allem reisende Händler trafen.

Gesammelte Geschichte und Gerüchte über die Baronie Rotensteyn bis 523 AA / 1424 Imperiale Zeitrechnung.

Der Ruf der Welt Ariochia und des Weltenbaums der einzelne Held:innen Ariochias erreicht hat.

1521: Ein sanfter Aufschwung

 

Mit der Ankunft einer kleinen Gruppe Reisender, darunter die Magieanwenderin Maera, begann sich die Baronie Rotensteyn allmählich zu wandeln. Diese Gruppe brachte frischen Wind in die Region: Sie unterstützten die Bergwerksleute dabei, neue ertragreiche Adern zu entdecken, verbesserten die Infrastruktur der Stollen und verliehen einigen Arbeitern die magische Kraft, ihre täglichen Aufgaben mit neuer Energie zu bewältigen. Die Wirtschaft, die lange stagniert hatte, erlebte einen zaghaften Aufschwung. In Kaltbrünn, einst von Tristesse und Perspektivlosigkeit geprägt, erwachten Tatendrang und Ehrgeiz.

Nicht alle profitierten gleichermaßen von diesem Wandel. Nach den Werwolfproblemen und den Schwierigkeiten mit den imperialen Söldnern – die zunächst geschickt worden waren, um die Bedrohung zu bekämpfen, sich dann aber an der Bevölkerung bereicherten – lag das Schicksal vieler im Ungewissen. Auch das mysteriöse Verschwinden zahlreicher Frauen warf Fragen auf: Einige sagten, sie seien von den Werwölfen verschleppt worden, andere verdächtigten die Söldner. Es kursierten aber auch Geschichten, dass die Frauen freiwillig in kleinen Gruppen gegangen seien. Doch trotz dieser düsteren Hintergründe brachte der Kupferabbau Geld in die Taschen der Einwohner und eine Spur von Optimismus zurück nach Rotensteyn.


Es fließt wieder Bier

Die ehemals vergessene Kleinstadt Kaltbrünn, am Fuße der zerstörten Burg Rotensteyn, begann, sich langsam zu erholen. Aus einem trostlosen Ort ohne Perspektiven wurde eine arbeitsame Stadt, in der Bier wieder in Strömen floss und abends die Tavernen nach gebratenem Fleisch dufteten. Die Burg, einst ein Symbol des Untergangs, wurde zu einem neuen Zentrum des Lebens. Für viele, die nicht in die Schächte der Minen steigen konnten, bot sie nun Arbeit – sei es in der Renovierung, im Ausbau, der Instandhaltung, in der Verwaltung oder beim Warentransport.

Von den Minen hallte das Hämmern und Klopfen fast den gesamten Tag, und auch auf der Burg wurde unermüdlich gewerkelt. Wenn der Abend hereinbrach, erfüllten Gesang, Grölen und das Klirren von Bechern die Tavernen. Doch so sehr das Leben in die Baronie zurückkehrte, schien sich ein subtiler Schatten über das Land zu legen. Mit Bier und Kupfer in Hülle und Fülle war dieser jedoch leicht zu übersehen – oder schlicht zu ignorieren.

Das Banditenproblem, das Rotensteyn seit Jahren plagte, blieb weitgehend auf externe Händler und Reisende beschränkt. Kein Bürger von Kaltbrünn wurde ernsthaft verletzt oder beraubt. Fragt man nach, erinnern sich manche zwar vage daran, selbst oder durch Bekannte Opfer eines Überfalls geworden zu sein, doch die Erinnerungen wirken seltsam verwaschen und unbedeutend. Es schien, als würde nichts wirklich Schlimmes passieren – oder als wollte niemand wirklich darüber sprechen.


Das Land spürt eine Krankheit

Während die Bevölkerung den wirtschaftlichen Aufschwung mit rauem Pragmatismus begrüßte, schien das Land selbst auf eine verborgene Bedrohung zu reagieren. Der Weltenbaum mit seinen Sprösslingen und Wächtern, hörte die Warnungen der Natur. Tiere und Pflanzen begannen, sich auf subtile Weise zu verändern, und die Wächter lauschten der Unruhe. Doch bevor diese Warnungen gänzlich vernommen wurden, geschah ein Unglück.

In einer unheilvollen Nacht brach auf der Burg ein Feuer aus, das alle Tiere, die versuchten zu warnen und die dort gesammelt worden waren, in Flammen aufgehen ließ. Die Nachricht dieses Ereignisses drang nicht weit, doch die Welt selbst spürte, dass etwas Dunkles in Rotensteyn wuchs und sich auszubreiten begann. Einer der Wächter der Welt versuchte, die Menschen durch ihre Träume zu warnen. Eine Nachricht wurde gesandt, um jene zu erreichen, die gewillt und fähig waren, dieser drohenden Gefahr auf den Grund zu gehen. (Siehe Trailer oben.)

Alarich von Falkenstein wurde als Kastellan von Burg Rotensteyn eingesetzt.

Maera kommt mit einer Reisegruppe nach Rotensteyn. Über sie ist wenig bekannt, doch sie Hilft dem Kastellan und der Bevölkerung der Baronie einen ersten Aufschwung zu bescheren.

Innenhof der Burg Rotensteyn, in den Jahren 1520 (520AA in Regnum Solis Zeitrechnung) bis 1524 wurden viele Ausbauten und Renovierung arbeiten vorgenommen.

524-04: Der erste Rotensteyn Vorfall - Der Burgbrand

 

Von Kronenmarkt nach Kaltbrünn

Die Reise beginnt in der Stadt Kronenmarkt, wo eine kleine Gruppe, von den Weltenbäumen durch Träume gerufen, sich zusammenfindet, um einer rätselhaften Vision zu folgen. Um unauffällig in die abgeschiedene Baronie Rotensteyn zu gelangen, heuert die Gruppe als Schutzgarde für den Steuerpächter Hagn von Reichenbach an, der mit einer Magistratin, Linea Pirnstein, des Imperium Aurum nach Kaltbrünn reist.

Der erste Teil der Reise verläuft ohne Zwischenfälle, bis die Kutsche bei Waageck von der Hauptstraße auf die Kupferstraße abbiegt. Tief im Wald wird die Gruppe von den berüchtigten Banditen der Region überfallen. Diese Angreifer sind ungewöhnlich gut organisiert und erfahren. In einem heftigen Kampf gelingt es den Reisenden die Banditen zu überwältigen. Dabei bemerken sie seltsame Details: Schatten, die sich von den Angreifern lösen und in den Wald zurückziehen.

Die Banditen scheinen aus zwei Gruppen zu bestehen: Ein Teil gehört offensichtlich zur hiesigen Bevölkerung, während andere ein zusammengewürfelter Haufen von gut ausgerüsteten, ehemals reisenden Fremden sind. Ein Überlebender unter den Banditen gibt an, sich an nichts mehr erinnern zu können, seit er vor Wochen die Straße als gewöhnlicher Reisender betreten hatte. Die Kutsche erreicht Kaltbrünn schließlich unbeschadet, begleitet von der Gruppe, den Männern des Steuerpächters und der Magistratin.

 

Nächtliches Klopfen in der Tiefe

Kaltbrünn, mit etwa 1100 Einwohnern, wirkt auf den ersten Blick wie eine unauffällige, arbeitsame Bergwerksstadt. Die Ankunft der Reisegruppe erregt wenig Aufmerksamkeit, und die meisten Bewohner widmen sich ihrem harten Alltag. Nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt begleitet die Gruppe den Steuerpächter und die Magistratin zur nahegelegenen Burg Rotensteyn, die über der Stadt thront.

Der Kastellan der Burg, ein misstrauischer und zurückhaltender Mann, zeigt sich nur mäßig erfreut über den Besuch. Dennoch erlaubt er der Gruppe, der Magistratin und dem Steuerpächter, Kammern auf der Burg zu beziehen, und gibt ihnen Zeit, die Umgebung zu inspizieren.

Während die Magistratin und der Steuerpächter die Bücher der Baronie prüfen, fallen ihnen seltsame Abweichungen auf. Es fehlen kaum Gelder, doch große Mengen von Metall und hochwertiger Ausrüstung, die offiziell für die Ausbauarbeiten der Feste gekauft wurden, sind weder vor Ort noch in den Büchern vollständig nachvollziehbar.

In der Nacht bemerkt die Gäste ein regelmäßiges Klopfen, das durch die Wände der Burg hörbar ist. Die Geräusche sind zu sporadisch für die Aktivitäten in den Kupferstollen und zu rhythmisch, um eine einfache Erklärung zu bieten. Die Gruppe beschließt, der Quelle dieser Geräusche nachzugehen.


Die Tiefen von Burg Rotensteyn

Ihre Suche führt die Gruppe zu einem versteckten Zugang zu tief liegenden Kellern unter der Burg. In diesen lange vergessenen Kammern stoßen sie auf eine erschreckende Wahrheit: seltsame, humanoide Kreaturen haben hier eine unheilvolle Produktion aufgebaut. Verschiedene groteske Wesen arbeiten in einer Art finsterer Organisation, die Waffen und seelenlose Diener erschafft. Es sind verschiedene zentrale Figuren zu erkennen:

Die unheilvollen Gestalten

  1. Der Schmied
    Eine fast drei Meter große, muskulöse Kreatur mit vier Armen, die unaufhörlich Klingen schmiedet. Seine Diener, schleifen die Waffen und tragen sie zu anderen Bereichen der Werkstätten.

  2. Die Fleischformerin
    Eine übergroße, weiblich anmutende Gestalt mit insektenartigen Beinen, die aus Körpern neue Diener erschafft. Ihre Kreaturen sind seelenlos, aber stark und tragen die Rüstungen und Waffen, die von den anderen Wesen geschaffen wurden.

  3. Der Magier
    Eine schwebende Gestalt mit zusätzlichen Armen, die magische Energie in Formen webt, die zur Kontrolle der Kreaturen und zur Erweiterung ihres Einflusses genutzt werden. Eine Gruppe von Bibliothekaren umgibt ihn, studiert altes Wissen und sucht nach weiteren Werkzeugen für ihre finsteren Ziele.

  4. Die Experimente
    Wahnsinnige Gestalten, Opfer der Fleischformerin und des Magiers, die als missgestaltete Kreaturen durch die dunklen Kammern streifen. Sie sind sowohl Werkzeuge als auch eine Warnung an jene, die sich widersetzen.

  5. Die Wächter
    Überdimensionale, schwer gerüstete Krieger, die die Zugänge und zentralen Bereiche bewachen. Ihre Präsenz strahlt eine bedrohliche, fast unüberwindbare Stärke aus.

  6. Die Seelenlosen
    Die Armee willenloser Kreaturen, geschaffen von der Fleischformerin und ausgestattet vom Schmied. Sie agieren als Fußsoldaten, die stumm und unaufhaltsam den Befehlen ihrer Meister folgen.

 

Feuer, Feuer überall

Als die Gruppe versucht, sich bis zum monströsen Schmied durchzukämpfen, geraten sie in eine verzweifelte Lage. Ihr Eindringen wird entdeckt, und bald richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit der Kreaturen und ihrer seelenlosen Armee auf die Eindringlinge. Unter zunehmendem Druck beschließt die Gruppe einen drastischen Notfallplan: Mithilfe eines magischen Schutzes wappnen sie sich gegen das Feuer und entzünden die noch nicht ganz fertige Verteidigungsanlagen der Räumlichkeiten, Feuerspeiende Säulen in der Mitte des Gewölbes. Anschließend verbreiten sie gezielt das Feuer in den Werkstätten und der verlassenen Kerzenzieherei.

Das Feuer breitet sich schnell aus, angefacht von brennbaren Materialien, und die Gruppe unterstützt die Zerstörung, wo sie nur kann, um möglichst viele der Kreaturen in den Flammen zu vernichten. Während sie sich in die engen und lodernden Gänge der Kerzenzieherei zurückziehen, nutzen sie diese verwinkelten Zugänge, um die Übermacht in Schach zu halten. Das hölzerne Gebälk beginnt langsam unter der Hitze nachzugeben, und die Flammen verschlingen alles, was in ihrem Weg liegt.

Als der Einsturz der Strukturen der Burg Rotensteyn unausweichlich wird, wagt die Gruppe im letzten Moment die Flucht. Sie entkommen über einen versteckten Zugang, während die Burg in einem Inferno aus Feuer, Rauch und herabstürzenden Steinen zu einem Ruinenfeld zerfällt.


Einen gerettet, einen gefangen

Inmitten des Chaos wird die Burg evakuiert. Bewohner und Arbeiter fliehen in heller Panik aus der einsturzgefährdeten Anlage, während die Gruppe gezielt handelt. Sie retten den Steuerpächter Hagn von Reichenbach und dessen Männer, die durch das unerwartete Feuer in Gefahr geraten sind. Zugleich nehmen sie den Kastellan Alarich von Falkenstein gefangen, der offenbar über die Vorgänge in den Tiefen der Burg Bescheid wusste oder sogar daran beteiligt war.

Die Entscheidung fällt schnell: Anstatt sich der sich sammelnden Menge aus Kaltbrünn zu stellen, die sich alarmiert von der Stadt aus zur Burg bewegt, verlässt die Gruppe die Szenerie so unauffällig wie möglich. Mit dem gefangenen Alarich von Falkenstein brechen sie in den frühen Morgenstunden auf und schlagen sich querfeldein, um die Aufmerksamkeit zu vermeiden und ihren Gefangenen sicher zum Imperium Aurum zu bringen. Ihre Kutsche und Teile der Ausrüstung müssen sie zurücklassen, doch die Flucht ermöglicht es ihnen, den Kastellan den imperialen Behörden zu übergeben – und damit eine Spur der Wahrheit ans Licht zu bringen.

Das Video hat die Reise der Gruppe von Kronenmarkt nach Kaltbrünn und zur Burg Rotensteyn veranschaulicht mit einzelnen Zwischenstationen.

Hagen von Reichenbach, ein Steuerpächter reiste von Kronenmarkt nach Kaltbrünn um die offenen Steuern der Baronie einzutreiben nachdem das Kupfer wieder exportiert wurde. Als Steuerpfänder hat er das Recht die Steuerschuld der Baronie einzutreiben vom Imperium abgekauft.

Alarich von Falkenstein wurde gefangen genommen und dem Imperium übergeben. Wenige Monate später wurde er in Porto Auregia, der Hauptstadt des Imperiums wegen Verschwörung gegen das Reich hingerichtet.

Da der Fokus darauf lag Hagen und seine Gruppe zu retten und Alarich festzunehmen, konnte Maera einfach verschwinden. Zu diesem Zeitpunkt war ihre Rolle noch nicht bekannt und sie galt nur als Vertraute von Alarich.

Das Imperium übernimmt

 

524-04: Unter der Kontrolle des Imperialen Magistrats

Nach der Verhaftung von Alarich von Falkenstein und seiner Überstellung an die imperiale Gerichtsbarkeit ergreift das Imperium rasch Maßnahmen, um die Kontrolle über die Baronie Rotensteyn wiederherzustellen. Eine Einheit imperialer Soldaten, etwa 40 Mann stark, unter der Führung eines Hauptmanns, erreicht Kaltbrünn über die Kupferstraße. Sie bleibt von den Banditen unbehelligt und erreichen die Stadt ohne Zwischenfälle.

Ein neuer, hochrangiger Magistrat wird eingesetzt, ausgestattet mit umfassenden Befugnissen, um die Ordnung zu gewährleisten und die Steuerströme wieder zu stabilisieren. Die Aufgaben des Magistrats und seines Hauptmanns sind klar:

  • Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung: Verstärkte Patrouillen und harte Strafen sollen Verbrechen gegen das Imperium eindämmen.
  • Erhöhung der Steuerlast: Jede wirtschaftliche Aktivität wird erfasst, und neue Abgaben werden eingeführt. Widerstand gegen diese Maßnahmen wird gleichgesetzt mit Verrat.
  • Unterdrückung von Aufständen: Mit eiserner Hand regiert der Magistrat, wobei die Bedürfnisse der Bevölkerung absolut zweitrangig zu sein scheinen, sie müssen erst beweisen, dass nicht jeder einzelne von ihnen ein Verräter gegen das Imperium ist.

Die Maßnahmen führen zu einer oberflächlichen Stabilität, doch die Bevölkerung leidet unter dem zunehmenden Druck. Die fortgesetzte Präsenz der Banditen, die verdächtige Ruhe in ihren Reihen gegenüber dem Imperium und die Gerüchte um Korrumpierte in der Region verschärfen die angespannte Situation weiter.


525-10: Gilde der Goldenen Straße

Die Gilde der Goldenen Straße, ein mächtiges Netzwerk Handelsnetzwerk und der Operationsmantel für Regnum Solis auf Ariochia, wird im zehnten Monat des Jahres 524 (1524 nach imperialer Zeitrechnung) auf die Vorkommnisse in Rotensteyn aufmerksam. Die Berichte über Korrumpierte, wachsende Gewalt und das Leid der Bevölkerung alarmieren Regnum Solis.

Da das Imperium nur zögerlich auf die Bedrohung reagiert, beschließt die Gilde, eigenmächtig eine Hilfsmission durchzuführen. Ihr Plan umfasst:

  • Quarantänemaßnahmen: Die Handelsstraßen in die Baronie werden abgeriegelt, um die Ausbreitung der mutmaßlichen Krankheit zu verhindern. Waren werden an Knotenpunkten zu festen Preisen gehandelt, um den Wirtschaftskreislauf aufrechtzuerhalten.
  • Sicherheitskräfte: Bewaffnete Gildentrupps patrouillieren entlang der Grenzen der Baronie, um Übertritte zu verhindern und für Ordnung zu sorgen.
  • Hilfskonvoi: Ein groß angelegter Konvoi, beladen mit Nahrung, medizinischen Hilfsmitteln und Ausrüstung, wird über die Kupferstraße organisiert, begleitet von mehreren Gruppen, die von unterschiedlichen Richtungen aus in die Baronie vorstoßen sollen.

Obwohl die Exekutivgewalt der Gilde offiziell noch von den Behörden in Porta Auregia geprüft wird, setzt sie ihren Plan eigenmächtig in die Tat um. Die Gilde kalkuliert, dass ihre Kräfte schneller vor Ort sein werden, als das Imperium auf die Bedrohung reagieren kann.


525-11: Die Ansiedlung Mundlach

Ein kleiner Spähtrupp der Akay, einer Eliteeinheit aus Regnum Solis, wird als Vorhut losgeschickt, um unauffällig Informationen über die Region zu sammeln. Sie schlagen sich über die östlichen Gebirgszüge in Richtung Kaltbrünn durch und stoßen bald auf erste Hinweise auf die Ausbreitung der Dunkelheit.

Ein gutes Stück östlich der Ansiedlung Schattenweid in den niederen Gebirges Ausläufer, treffen sie auf eine Gruppe korrumpierter Banditen, deren Körper von parasitären oder symbiotischen Kreaturen befallen sind. Trotz des offenkundigen Befalls scheinen sich die Banditen mit ihrem Zustand arrangiert zu haben und agieren weiterhin zielgerichtet.

Kurz darauf erreicht der Spähtrupp die verlassene Ansiedlung Mundlach, die einst aus einem Bauernhof, einem kleinen Steinbruch und einigen Handwerksbetrieben bestand. Anstelle von Bewohnern finden sie Schwärme von Insekten, Ungeziefer und Spinnen, die die Siedlung übernommen haben. In den Gebäuden lauern humanoide Schwarmnester, menschenähnliche Gestalten, die von parasitären Kreaturen vollständig umgestaltet wurden. Neben diesen Nestern begegnet die Einheit:

  • Insektoiden-Jägern: Zwei bärengroße Kreaturen mit schweren Chitinpanzern, Flügeln, Sichelartigen Klauen, unglaublicher Geschwindigkeit und tödlicher Präzision.
  • Humanoiden Untoten: Ehemalige Bewohner, die in einen insektenartigen Zustand mutiert sind und feindselig agieren.
  • Leeren Kokons: Im Keller des Bauernhauses entdecken sie, neben den zwei kleineren Kokons der Insektoiden-Jägern, einen großen Kokon, dessen Inhalt verschwunden ist. Der Verbleib des ehemalige Inhalt und dessen Ziel des bleiben ein Rätsel.

Nach einem erbitterten Kampf setzt der Spähtrupp die gesamte Ansiedlung in Brand und vernichtet so viele der Kreaturen wie möglich. Der Trupp rettet drei nicht befallene Personen aus der Umgebung und eskortieren sie zu einem Handelsposten der Gilde, um Bericht zu erstatten. Dabei warnen sie vor einer möglichen großflächigen Bedrohung, die tiefer in die Baronie hineinreicht.

Nachdem die Gilde der goldenen Straße ca. ein halbes Jahr nach den Vorfällen in Rotensteyn erfahren hat und Alaric von Falkenstein bereits vom Imperium Aurum inhaftiert worden war, hat die Gilde 5 Gold auf Maera ausgesetzt. (Darstellung von Maera dem NSC angepasst der sie spielen soll)

Skizze von Aurora von Tiefenbach, erste Darstellung Maera auf deren Basis der Steckbrief der Gilde entworfen wurde.

524-12: Die letzten Wochen vor dem Feldzug

Die Gilde der Goldenen Straße bereitete sich in Kronenmarkt auf die nächste Phase ihrer Operationen in Rotensteyn vor. Während die Straßen von Frost überzogen waren, wurden in den Lagerhäusern Vorräte sortiert, Waffen gewartet und Listen überprüft. Schmiede arbeiteten ohne Pause, Karren wurden beladen, und die Patrouillen verstärkt. Die Quarantäne bestand weiterhin, doch Berichte über Korrumpierte und rätselhafte Vorfälle häuften sich. Das Imperium reagierte nicht, und die Gilde musste selbst handeln.

Während die Versorgungstruppen arbeiteten, begannen sich die ersten Spähtrupps zu formieren. Beunruhigend war der Bericht aus Mundlach – etwas Großes war dort geschlüpft, und niemand wusste, wohin es sich bewegt hatte. Die Lage in Rotensteyn war instabil, und mit jeder Woche, die verstrich, wurde sie gefährlicher.

Eine Woche vor Taryah, dem Lichterfest und Jahreswechsel, begann die heilige Zeit der Ruhe und Rückbesinnung, Saruneh, auch Heimleuchten genannt. Normalerweise eine Zeit für Familie und Reflexion, war dieses Jahr alles anders. Die Legati Lucis et Ignis konnten nicht nach Hause zurückkehren, ihre Mission ließ es nicht zu. Doch sie fanden Trost in der Gemeinschaft. In der großen Halle des Handelspostens füllten sich die Räume mit den warmen Düften von Zimt, Honig und heißem Gewürzwein. Geschichten über Heimat, Traditionen und vergangene Jahre wurden geteilt.

524-12: Die Dunkelheit in Kaltbrünn

Kaltbrünn ist das schlagende Herz der Baronie Rotensteyn, am Fuße der eingestürzten Burg Rotensteyn liegt die kleine Bergbau-Stadt mit 1100 Einwohner, welche das Handelszentrum der Baronie darstellt. Der offizielle Stand der Dinge war klar, das Imperium hatte einen Magsitraten eingesetzt um die Baronie wirtschaftlich voranzubringen und den aufkommenden Widerstand zu brechen, der nach der Festnahme von Alarich von Falkenstein erwartet wurde.

Unter dem Deckmantel eines Hilfskonvois der Gilde der goldenen Straße stellte Regnum Solis eine Gruppe zusammen, bestehend aus dem Nachrichtendienst, einer Vertreterin der Kirche und den Roten Löwen, einer Kommandogruppe die darauf spezialisiert ist hinter feindlichen Linien zu operieren. Die Kutschen und Wagen verließen Waageck um über die Kupferstraße Kaltbrünn zu erreichen, obwohl sie wohl als Holzarbeiter verkleideten Banditen im winterlichen Wald begegneten, erreichten sie unbehelligt die Stadt.

Mit jedem Eindruck in Kaltbrünn wurde die Stimmung grimmiger. Die allgegenwärtige Dunkelheit, die Korruption und das Leid waren greifbar, doch direkte Einmischung war nicht der Auftrag und zu diesem Zeitpunkt für eine langfristige Rettung der Stadt nicht hilfreich. Die Dunkelheit war seit fast einem Jahr in die Gesellschaft gesickert, hatte sie verrohen und egoistischer werden lassen und jede Form von Mitgefühl und Gemeinschaft ausgelöscht. Am Galgen, der prominent am Hauptplatz aufgebaut worden war, baumelten fast ein Duzend angeblich Aufständischer im kalten Wind des Winters. Manche hatten sich an der neuen Struktur bereichert, doch an vielen war sich bereichert worden.

Die Hand des goldenen Imperiums

Cassian Valerian von Arnwacht, der vom Imperium eingesetzte Magistrat, regierte Kaltbrünn und die Baronie nicht vorsätzlich mit Gewalt, sondern mit Zahlen und Berichten. Von seinem gut gesicherten Sitz aus, in den er sich einige der besseren Gebäude der Stadt angeeignet hatte, ließ er Anordnungen ausstellen, Überprüfungen durchführen und Berichte an das Imperium verfassen. Die Ordnung existierte – zumindest in den Tabellen. Seine Prioritäten waren eindeutig:

  • Der Widerstand musste sinken.
  • Die Abgaben und die Profitabilität der Baronie mussten steigen.
  • Der wirtschaftliche Aufschwung musste messbar sein.

Und auf dem Papier stimmten die Zahlen. Die Produktion nahm zu, die Steuereinnahmen stiegen, der Widerstand wurde härter unterdrückt. Doch auf den Straßen war es eine andere Realität: Hunger, Angst und die wachsende Präsenz der Dunkelheit wurden von den Berichten nicht erfasst.

Cassian von Arnwacht war kein Tyrann, aber er war ein Mann des Imperiums – jemand, der Regeln nicht in Frage stellte, sondern sie bis zur letzten Konsequenz durchsetzte. Das Leid der Bevölkerung war ihm nicht entgangen, doch für ihn war es der notwendige Preis für eine effiziente Neuordnung. Sein Ziel war nicht nur seine persönliche Karriere, sondern die Perfektionierung seines Verwaltungsbereichs.

Anders als viele andere Machthaber in Kaltbrünn zeigte der Magistrat keinerlei Anzeichen von Korruption oder einer Verbindung zur Dunkelheit. Doch indem er mit kalter Effizienz jede Auflehnung erstickte, lieferte er der Dunkelheit dennoch einen Nährboden. Neben vielen Korrumpierten und Bestien haben sich vier herauskristallisiert die um die Macht ringen:

Die Kupferminen von Rotensteyn

Die Dunkelheit hat den Schatten vertrieben

In den Ruinen einer zerschlagenen Schmugglerzelle des Ebenpakts kämpfte Margarete Dornschmidt, die Ascheprinzessin, ums Überleben. Der Ebenpakt selbst existierte weiterhin in Pora Auregia und über die Grenzen des Imperiums hinaus, doch hier in Kaltbrünn war sein Einfluss vernichtet worden. Ihre Mutter, einst Vertreterin der Organisation, war vom Henker hingerichtet, ihre Leute gejagt oder am Galgen aufgereiht worden.

Margarete hatte versucht, Widerstand zu leisten, doch gegen die Dunkelheit war kein Platz für alte Strukturen. Als sie versuchte, die Gesandten von Regnum Solis auszuspionieren, wurde sie entdeckt – und erhielt ein Angebot:

Sie musste den Ebenpakt hinter sich lassen. Ihre Zelle war zerstört, ihr Einfluss geschwunden. Doch im Gegenzug gewährte sie Regnum Solis Zugang zu den letzten verbliebenen Schmugglerpfaden, geheimen Unterschlüpfen und versteckten Wegen, die einst für den Schwarzmarkt genutzt wurden.

Diese alten Routen wurden nun zum Untergrund für den Kampf gegen die vier großen Kulte. Sie ermöglichten es den Soliten, sich ungesehen in Kaltbrünn zu bewegen, zuzuschlagen und sich zurückzuziehen, bevor die Dunkelheit reagieren konnte.

Doch es ging nicht nur um Strategie. Die gleichen Wege wurden genutzt, um Margaretes letzte Vertraute und die Schwächsten aus der Stadt zu bringen. Diejenigen, die in Kaltbrünn nur leichte Beute für die Bestien gewesen wären, verschwanden leise in die Nacht – ein erstes Zeichen, dass sich die Kontrolle der Dunkelheit langsam aufzulösen begann.

525-01: Der Schattenkrieg beginnt

In den ersten Tagen des neuen Jahres kehrte die Delegation nach Kaltbrünn zurück, diesmal nicht als offizielle Gesandtschaft, sondern als Schatten. Keine Abzeichen, keine Wappen – nur Tarnung, Präzision und ein klares Ziel. Der Krieg hier war kein offener Konflikt, sondern ein stilles Zersägen der Kontrolle, ein schleichender Angriff, der unbemerkt bleiben musste, bis es zu spät war.

Kaltbrünn war längst gefallen, nicht an eine einzelne Macht, sondern an die langsame Zersetzung durch Angst, Hunger und Unterwerfung. Die Menschen hatten sich dem ergeben, was stärker war. Wer sich still verhielt, lebte länger. Die Dunkelheit herrschte, weil niemand mehr daran glaubte, dass Widerstand etwas änderte. Sie nutzten die Verstecke und das Netzwerk der Ascheprinzessin, was früher die Ordnung unterwanderte half nun dieser die Dunkelheit ungesehen zu bekämpfen.

Die ersten Tage dienten der Beobachtung. Bewegungsmuster wurden kartiert, Rückzugsorte vermerkt, die Schwachstellen des Systems identifiziert. Die Nacht gehörte der Dunkelheit, aber das sollte sich ändern. Die Straßen mussten zurückerobert werden, ohne dass jemand wusste, dass es geschah. Bestien, die zu keiner der großen Fraktionen gehörten und Nachts ihre Beute suchten, wurden mit Bedacht eliminiert, eine nach der anderen, ohne Lärm, ohne Spuren. Die Mächte in Kaltbrünn sollten keinen gemeinsamen Feind erkennen, sondern nur ihre eigene Schwäche.

Mit jeder verschwundenen Bestie wuchs die Unsicherheit. Bald fiel es auf, dass etwas vor sich ging und niemand wusste, welche der anderen Fraktionen gerade agierte. In den Tavernen wurde getuschelt, in den dunklen Ecken der Stadt wuchs das Misstrauen. Die Dunkelheit durfte sich nicht gegen einen äußeren Feind richten – sie musste gegen sich selbst kämpfen. Der Henker, der Wirt, der Priester, der Minenaufseher, sie alle verfolgten ihre eigenen Ziele, ihr eigenes Machtspiel. Es war an der Zeit, dieses Spiel zu verschieben.

Die Jagd war systematisch, methodisch, unsichtbar. Jede Nacht wurde die Stadt ein Stück unsicherer für jene, die sich zuvor unantastbar glaubten. Bestien, die sich an den Verlorenen und Schwachen labten, wurden selbst zur Beute. Nicht durch Brutalität, sondern durch Präzision. Kein Chaos, sondern Kontrolle.

Noch merkte Kaltbrünn nicht, dass sich etwas veränderte. Doch in den Schatten arbeitete bereits eine andere Ordnung, eine, die nicht von Angst regiert wurde.

Der erste Schritt war getan. Bald würde der nächste folgen.

525-01: Versorgungslinie durch die Kupferstraße

Nach dem ersten Besuch unter dem Deckmantel der Gilde der Goldenen Straße wurde eine regelmäßige Versorgungslinie eingerichtet. Von Waageck aus gelangten über die Kupferstraße kontrollierte Lieferungen nach Kaltbrünn, offiziell als Handelswaren und Hilfsgüter deklariert. Doch die Route diente längst nicht mehr nur der Versorgung.

Der Kontrollpunkt in Waageck wurde zur versteckten Schleuse für Nachschub, Verstärkung und verdeckte Operationen. Personen wurden unauffällig nach und aus Kaltbrünn gebracht, neue Kräfte eingeschleust, während die Schwächsten und jene, die in der Stadt keine Überlebenschance hatten, über dieselben Wege in Sicherheit gelangten.

Während das Imperium die Stabilisierung Kaltbrünns in Listen und Abgaben maß, wurde in den Schatten eine andere Ordnung aufgebaut – eine, die die Dunkelheit langsam untergrub.

525-02: Brandenberg – Kampf um den Westen

Brandenberg, die westlichste Siedlung der Baronie, lag tief im Dämmerthal – eine Gemeinde, die noch kämpfte, aber mit jeder Nacht weiter zermürbt wurde. Seit einem halben Jahr verschwanden Tiere, dann Menschen. Drei Höfe waren überfallen worden – ihre Bewohner verschwunden. Ratten wimmelten durch die Straßen, zerstörten Vorräte und bewegten sich auf unnatürliche Weise.

Die Akay übernahmen die Nachtwache und folgten einer Gestalt in die dunklen Gassen. In einem alten Keller mit einem Schacht in ein verschüttetes Wohnhaus stießen sie auf ein Nest der Korrumpierten. Die Vorräte waren frisch. Der Metzger, ein angesehener Händler, versorgte sie.

Als sie ihn stellten, versuchte er zu fliehen. Ein Amulett verbarg seine wahre Gestalt. Als sie es entrissen, verzerrte sich sein Körper, Finger streckten sich zu Klauen, dunkles Fleisch pulsierte – doch er schaffte keine zwanzig Schritte, bevor er fiel.

Brandenberg war noch nicht sicher, aber ein erster Schlag war gelungen. Der Müller, der bisher Waren für Kaltbrünn transportiert hatte, wurde gezwungen, den Anschein zu wahren. Die Lieferungen sollten weiterlaufen, um keinen Verdacht zu erregen, doch nun unter der Kontrolle der Gilde der Goldenen Straße.

Eine neue, westliche Route über Schattenweid wurde gesichert. Brandenberg wurde zur Operationsbasis im Kampf um Rotensteyn. Doch unter der Siedlung lauerte noch etwas. Ein verschüttetes Dorf, offene Gänge – und eine Macht, die die Ratten lenkte.

Präsentation der Ausspielung „Die Saat des Bösen – Kaltbrünn“ mit allen Bildern und Namen.